Startseite

Knickerkirmes und Baustelle

 Termin: zweiter Sonntag im September. Und was ist dann los? – Na klar, traditionsgemäß findet an diesem Datum immer die über die Grenzen von Heeren-Werve hinaus bekannte Knickerkirmes statt. Rund um die Herz-Jesu-Kirche gibt es ein buntes Treiben, das längst von einem Pfarrfest zu einem Stadtteilfest aufgestiegen ist. 

Nur – in diesem Jahr war einiges anders. Es fing schon damit an, dass man überlegte, wo denn der Gottesdienst zur Eröffnung der Knickerkirmes sein sollte. Denn die Pfarrkirche befindet sich ja seit einiger Zeit im Renovierungszustand. Das heißt, keine Kirchenbänke, die Orgel demontiert, eine einzige Baustelle also. Aber dann war am Ende doch klar: wir feiern den Gottesdienst in der Kirche. Improvisiert mit einem kleinen Altar und einer großen Zahl Klappbänke strömten am Sonntagmorgen viele Gläubige hinein und erlebten eine Hl. Messe der etwas besonderen Art. Pfarrer Benno Heimbrodt begrüßte alle in der Baustelle mit den Worten: Wenn wir heute Morgen uns hier in der Baustelle treffen, dann ist dies auch ein äußeres Bild unserer Kirche insgesamt. Denn die Kirche wird immer eine Baustelle sein, sie ist nie ganz fertig.

Pfarrer Heimbrodt zur Seite standen neben unserem Diakon Adam Sulich auch zwei Gäste aus Indien, Bischof Vincent Aind aus der Diözese Bagdora und Father Niraj Toppo, der zurzeit in Rom studiert. Beide weilten u. a. anl. des 25-jährigen Bestehens des Vereins „Hilfe für Kinder in Chatterhat“ in unserem Pastoralverbund. Musikalisch begleitet wurden die Kirchenbesucher durch den Kirchenchor und die Gruppe Barbarock, beide unter der Leitung von Berno Tillmann. Und als zum Schluss das „o happy day“ erklang, da rockte die Kirche und alle klatschten begeistert den Rhythmus mit.

Und es wurde auch ein schöner Tag. Dafür hatten im Vorfeld wieder zahlreiche fleißige Helfer gesorgt; so wurden viele, viele Kartoffeln geschält, die kurz danach dann als Reibeplätzchen endeten. Auch die Männer am Spießbratengrill gaben ihr Bestes – und das Beste war fast den ganzen Tag über belegt durch die langen Schlangen, die sich vor den Ständen bildeten. Volles Haus auch im Pfarrheim, das kurzerhand von einer Notkirche wieder in ein Kaffeehaus umgebaut worden war. Zahlreiche Kuchen und Torten und der ständige Kaffeeduft lockten viele Besucher hinein, sodass am Ende kaum ein Krümel übrig blieb. Draußen spielte der ökumenische Bläserchor zur Mittagszeit auf und DJ Sebastian sorgte anschließend wieder für den notwendigen Sound. Cocktails mit und ohne Alkohol, Currywurst und Waffeln rundeten das kulinarische Angebot ab und Spielstände, Karussell, Wikingerschiff, Tattoos  und eine Kistenrutsche waren einige der Attraktionen für die Kinder und an der Torwand gab es am Ende ein spannendes Finale. Ein Flohmarkt und die Info- und Verkaufsstände wollen mit ihrem Erlös Hilfsprojekt in Indien und Lateinamerika unterstützen.

Bürgermeister Hermann Hupe war bei seinem Rundgang über die Knickerkirmes hellauf begeistert und der Cheforganisator Thomas Dinslage war am Ende rundum zufrieden. Viele Hände halfen nach Feierabend fleißig mit, sodass die Wiesen sich schnell leerten. An dieser Stelle sei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Pastoralverbund herzlichst dafür gedankt, dass die Knickerkirmes 2017 wieder ein voller Erfolg war. -bursch