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Innenansichten eines verunsicherten Katholiken

Kreuzritter 2018

Kreuzritter 2018

Seit dem 01.06.2018 gibt es in Bayern eine Verpflichtung, in allen Dienstgebäuden ein Kreuz aufzuhängen. Um damit zu unterstreichen, dass Bayern dem Christentum kulturell und traditionell verpflichtet ist. 


„Dass in 3 Monaten Landtagswahl ist und die CSU nicht zu viele Stimmen an die AFD verlieren will, hat damit natürlich nichts zu tun. Natürlich nicht. Auch die betonte Härte, mit der gegen Asylanten und Flüchtlinge vorgegangen wird, hat nichts damit zu tun, dass man die rechten Parolen und Unsinnigkeiten nicht nur der AFD überlassen will. Nein, natürlich nicht. 

Sie ist Ausdruck tief empfundener Christlichkeit.“


Wer das glaubt, wird nicht selig.

Christsein bedeutet an Gott zu glauben, Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft gegenüber den Mitmenschen in Demut zu praktizieren.

Christlich sind ganz bestimmt nicht:

  • Pauschaläußerungen, wie "Asyltourismus","Anti-Abschiebeindustrie"

  • harte Abschiebungen, die möglichst zahlreich sein sollen, um die Volksseele zu
    besänftigen. (Seehofers 69. Geburtstag, 69 Abschiebungen: Ein Zufall oder ein Menetekel? Sorry, es sind es ja nur noch 68!)

  • unrechtmäßige Abschiebungen, die erfolgen, obwohl ein Gerichtsurteil darüber noch aussteht. (Entweder ist man ein Rechtsstaat oder man ist keiner.)

  • Rettungsschiffe, die Menschen in Seenot nicht mehr retten sollen.

  • Verwünschungen gegenüber Geretteten

  • Patrioten gegen die Islamisierung des Abendlandes

  • Rückführungen, die Menschen, in die Länder, aus denen sie geflohen sind, wieder zurück bringen

  • Herzenskälte und Mitleidlosigkeit

  • ...

Diese Liste könnte ohne Ende verlängert werden.

All das ist doch quer durch alle Schichten unserer Gesellschaft feststellbar. Und zwar nicht nur an Stammtischen.

Von Christentum ist hier nicht mehr viel zu erkennen. Ich möchte hier zum Schluss aus dem sehr lesenswerten Artikel von Norbert Blüm in der Süddeutschen Zeitung vom 12. Juli zitieren (Norbert Blüm SZ v. 12.07.18):

„Und das ‚C‘ im Parteinamen ist kein Besitzanspruch an Wähler, sondern eine Selbstverpflichtung der Partei, ihre Politik an der Botschaft des Christentums zu messen.“

Reinhold Duczek, Bönen, 21.07.2018